
Zwangsversteigerungen 2025: Chancen für Immobilienkäufer & Investoren
Der deutsche Immobilienmarkt bleibt in Bewegung – und das zeigt sich besonders deutlich bei den Zwangsversteigerungen 2025. Im Jahr 2025 ist die Zahl der Immobilien, die zwangsweise veräußert wurden, erneut gestiegen. Für Eigennutzer und Kapitalanleger kann sich daraus eine interessante Einstiegschance ergeben, vorausgesetzt, man kennt die Risiken und weiß, wo sich Potenziale verbergen.
Mehr Zwangsversteigerungen 2025, höhere Gesamtwerte
Nach aktuellen Marktauswertungen wurden bundesweit über 14.000 Immobilien zwangsversteigert. Das entspricht einem spürbaren Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei den Verkehrswerten aus: Das Gesamtvolumen der angesetzten Immobilienwerte legte zweistellig zu und überschritt erstmals die Marke von 4,7 Milliarden Euro.
Als Hauptursachen gelten das weiterhin herausfordernde wirtschaftliche Umfeld, eine nur schleppend steigende Kaufkraft, geopolitische Unsicherheiten sowie eine wachsende Zahl an Insolvenzen. Die Daten basieren auf Veröffentlichungen nahezu aller deutschen Amtsgerichte und zeichnen damit ein sehr umfassendes Marktbild.
Wohnimmobilien klar im Fokus
Den größten Anteil an den Zwangsversteigerungen machen weiterhin Wohnimmobilien aus. Rund 70 Prozent aller Verfahren betreffen Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser. Besonders stark vertreten sind Ein- und Zweifamilienhäuser, gefolgt von Eigentumswohnungen. Gewerbeimmobilien, Mehrfamilienhäuser, Grundstücke und sonstige Objekte spielen zwar ebenfalls eine Rolle, bleiben jedoch deutlich dahinter zurück.
Auffällig ist zudem der hohe Anteil sogenannter Teilungsversteigerungen. Diese entstehen häufig aus Scheidungen oder Erbengemeinschaften und machen einen erheblichen Teil des Marktvolumens aus. Gerade hier kommen Objekte auf den Markt, die nicht zwangsläufig aus finanzieller Not verkauft werden – ein wichtiger Unterschied für Kaufinteressenten.
Regionale Unterschiede: Wo sich ein genauer Blick lohnt
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Nordrhein-Westfalen bleibt das Bundesland mit den meisten Zwangsversteigerungsterminen und nimmt seit Jahren eine Spitzenposition ein. Generell konzentrieren sich viele Verfahren auf die mittleren Regionen Deutschlands.
Setzt man die Anzahl der Zwangsversteigerungen 2025 ins Verhältnis zur Haushaltszahl, fallen ostdeutsche Bundesländer besonders auf. In Thüringen liegt die Quote beispielsweise mehr als doppelt so hoch wie in Bayern. Bundesweit sind im Durchschnitt rund 34 von 100.000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen.
Auch bei den Verkehrswerten gibt es große Spannweiten: Während in Metropolen wie Berlin und Hamburg durchschnittliche Immobilienwerte im siebenstelligen Bereich aufgerufen werden, liegen sie in strukturschwächeren Regionen teils bei nur rund 100.000 Euro. Der bundesweite Durchschnittswert ist dennoch weiter gestiegen – ein Zeichen dafür, dass auch Versteigerungsobjekte vom insgesamt höheren Preisniveau profitieren.
Städte mit besonders vielen Terminen
In einer Auswertung der Städte mit den meisten Zwangsversteigerungen belegt Berlin erneut den Spitzenplatz. Es folgen unter anderem Chemnitz, München, Leipzig und Nürnberg. Auffällig: Diese Städte repräsentieren nur einen Teil der Bevölkerung, vereinen aber einen überdurchschnittlich hohen Anteil aller Versteigerungstermine auf sich.
Neu hinzugekommen sind mehrere Städte aus Nordrhein-Westfalen und Bayern, während andere Standorte aus der Liste herausgefallen sind. Das unterstreicht, wie dynamisch sich der Markt regional entwickelt.
Sonderfall Mecklenburg-Vorpommern
Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der Zwangsversteigerungen in Mecklenburg-Vorpommern gesunken. Ein vergleichsweise positives Wirtschaftswachstum sowie die anhaltend hohe Nachfrage nach Ferien- und Küstenimmobilien wirken hier stabilisierend. Gerade diese regionalen Besonderheiten zeigen, wie wichtig eine differenzierte Marktbetrachtung ist.
Ausblick auf 2026: Steigende Angebote möglich
Für die kommenden Jahre rechnen Marktbeobachter mit weiterem Bewegungspotenzial. Entscheidend werden die Zins- und Inflationsentwicklung sowie die wirtschaftliche Gesamtlage sein. Sinkende Finanzierungskosten, steigende Mieten und wieder wachsende Reallöhne könnten Immobilien erneut attraktiver machen.
Gleichzeitig laufen in den nächsten Jahren zahlreiche Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase aus. Anschlussfinanzierungen zu deutlich höheren Zinssätzen könnten für einige Eigentümer zur Belastung werden – und damit das Angebot an Zwangsversteigerungsobjekten weiter erhöhen.
Fazit: Chancen ja – aber nur mit Vorbereitung
Zwangsversteigerungen sind kein Selbstläufer, können aber echte Chancen bieten. Wer sich gut vorbereitet, den Markt kennt und die rechtlichen sowie baulichen Rahmenbedingungen sorgfältig prüft, kann auf diesem Weg Immobilien zu attraktiven Konditionen erwerben.
Argetra-Jahresbericht „Immobilienmarkt: Zwangsversteigerungen in Deutschland 2025“
Sophia Decker, CSO



